was könnte hier interessieren? vielleicht, dass ich ethnologie mit dem schwerpunkt lateinamerika in bonn studiert habe, mich aber nur als ethnologin bezeichne, weil sich mädchen für alles nicht gut anhört. streng genommen sind die ethnologen ja auch nur die, die forschung in diesem feld betreiben. irgendwann dachte ich, ein zertifikat in konfliktberatung könnte nützlich sein, um dem mädchen mal eine richtung zu geben. konflikte sind heutzutage ja geradezu lohnend.

die verbindung lateinamerika und konflikte hat mich schließlich 2013 als friedensfachkraft der schweizerischen organisation comundo nach kolumbien gebracht, wo ich mich seit dem immer noch zertifiziere. zuerst als menschenrechtsbeobachterin, im rahmen des observatoriums der regionalen koordination des kolumbianischen pazifikraums (coordinación regional del pacífico colombiano) in cali und seit 2016 als frau für alles, sprich organisationsberaterin, direkt an der basis. grassroot würden die hippen entwicklungszusammenarbeiter dazu wahrscheinlich sagen. meine basis ist die regional cococauca in guapi, ein zusammenschluss von afrogemeinschaften und -organisationen, die sich in den distrikten guapi, lópez de micay und timbiquí, in der pazifikregion kolumbiens, für die rechte der schwarzen bevölkerung einsetzt und den staat an seine pflichten ihr gegenüber erinnert.

so. hier lebe ich nun also mit dem bekanntesten köter des städtchens, dem doctor barbas, wie meine kollegin aura ihn zu nennen pflegt. und alles weitere, was das leben und die arbeit in guapi so betrifft, erfahrt ihr unter zuhausE in meinen blogeinträgen.